ARIADNE PROJEKT
Die Installation schafft eine Verbindung vom Objekt zum Subjekt, vom Kunstwerk zum Betrachter. Der Betrachter wird Teil der Kunstaktion.
Im fragilen Labyrinth des Daseins werden die Menschen nicht nur von äußeren Kräften bedrängt, sondern auch von ihren eigenen Emotionen und Bedürfnissen.
Die Installation entwickelt ein Bild von den Verstrickungen, Verwirrungen und Gefahren, die im Labyrinth des Lebens lauern. Der Ariadnefaden, der ursprünglich den Ausweg aus dem Labyrinth aufzeigt, verwandelt sich in der Installation zu einem Symbol für die Komplexität der Gegenwart und die Täuschungen, in einer falschen Welt. Wir verstricken uns in den vielen dargereichten Leitfäden unterschiedlichster Weltanschauungen.
Das Spannungsfeld zwischen unserer Verletzlichkeit und dem Zwang zum Handeln ist sehr gegenwärtig in unserer Gesellschaft. So entsteht ein Gefühl der Überforderung – erzeugt durch reale Gefahren und künstlich geschürte Ängste. Diese Kräfte werden symbolisiert durch die schwarzen, geknoteten Objekte,
den Miasmen, den Ausdünstungen der Macht, hängend und am Boden der Installation.
Der Wunsch nach einer Heilsfigur in der Gestalt einer ARIADNE ist groß. Gerne sind wir bereit, jeden Faden, jede einfach erscheinende Lösung anzunehmen. So können wir die Entscheidung darüber, welchen Weg wir gehen, abgeben und liefern uns dem meistbietenden Heilsversprecher aus.
Dahinter steht die Aufforderung, sich aus dem Labyrinth zu befreien, indem wir die falschen Ariadnen entlarven.
Kunst und Kultur werden zum Werkzeug der Transformation, ihre Ästhetik umfasst auch den ethischen Kern des Lebens.
Hanna Regina Uber entwickelt, in Kooperation mit Robert Diem, seit über dreißig Jahren ein Werk, das sich sowohl auf konzeptionelle als auch auf poetische Weise der Wahrnehmung und Verortung des Menschen widmet. Die Arbeiten laden dazu ein, die sozialen und politischen Interaktionen innerhalb unserer Gesellschaft genauer zu betrachten und eigene Reaktionsmuster zu überdenken.

Leporello